LEER/PAPENBURG -

„Time to say goodbye“: Mit dieser Hymne verabschieden sich die Kreuzfahrtschiffe der Meyer- Werft, wenn sie Papenburg in
Richtung offene See verlassen. Abschied nehmen aber heißt es auch von der Musik. Denn bei den Überführungen der großen Schiffe über die Ems dürfen keine Lieder mehr gespielt werden, wenn sie draußen zu hören
sind – jedenfalls nicht mehr zwischen Leerort und Ditzum. „Darauf haben wir die Meyer-Werft hingewiesen“, sagt Jens Stöter,
Pressesprecher des Landkreises Leer. Wie berichtet, hat der Kreistag vor kurzem mit einem Beschluss einen Teil des Deichvorlandes an der Ems unter Naturschutz gestellt. Dabei handelt es sich um ein EU-Vogelschutzgebiet. Die zuständige Baudezernentin Jenny Daun erklärt, dass nach den Bestimmungen die Natur dort vor Lärm geschützt
werden soll. Und das gilt auch für Lieder, die vom Fluss ins Deichvorland herüberschallen. Bislang hatten die Kreuzfahrtriesen auch auf dem Abschnitt von Leerort bis Ditzum „Time to say goodbye“ und „I am sailing“ gespielt. Diesmal – Stille. „Wir haben bei der Dockschleuse in Papenburg noch mal ,Time to say goodbye' gespielt, danach gab es keine Musik mehr“, bestätigt Peter Hackmann, Pressesprecher der Meyer-Werft. Dort sind inzwischen eine Menge Mails und Telefonate eingegangen: „Lauter Leute, die sich beklagen, dass keine Musik mehr gespielt wurde.“ Werftsprecher Hackmann betont: „Uns geht und ging es immer nur darum, das Schiff sicher zu überführen – mit unsere Entscheidung.“ So war es diesmal eine Passage der
Gegensätze: Während der Start des Schiffes in Papenburg mit der üblichen Musik stattfand, blieb es ab Weener still – bis Emden. Dort wurde die „Aida Luna“ mit Fackeln und großem Feuerwerk empfangen – und spielte wieder Musik: „Time to say goodbye“.

Anmerkung: Was kaum einen Vogel stören wird, nämlich die Musik von einem vorbeifahrenden Musikdampfer, wird vom Landkreis Leer als das Problem des Naturschutzes in einem Vogelschutzgebiet dargestellt. Die Vögel im Schutzgebiet werden mit oder ohne Musik vor dem riesigen Fremdkörper im Wasser das Weite suchen und dann  zurückkommen, ein Nebeltopf, der von den tatsächlichen  Gefährdungen ablenkt und Problembewusstsein vorgaukelt: Die Naturschutzverordnung des LK Leer erlaubt den gutachterlich für  unerheblich gehaltenen Sommerstau ( IBL Oldenburg) bei  Meyer-Schiffsüberführungen, bei dem die noch nicht flüggen Jungvögel absaufen werden, das ist das Problem im  EU-Vogelschutzgebiet, verursacht durch die Meyer Werft am
falschen Standort, und das findet die Billigung des Landkreises,  der gegen die Musik behördlich vorgeht. Auch so kann man den  Naturschutz ganz elegant mit Hilfe der nicht zur Eigenrecherche  neigenden Regional- Presseberichterstattung lächerlich machen.
 MK

Außerdem, hätte die Musik noch viel lauter sein müssen und möglichst noch mit Pauken und Trompeten, damit die Vögel gar nicht erst auf die Idee kommen, sich am Emsufer einzunisten. Denn im Sommer werden sie ja so oder so ertränkt!  < : H.B

Bei den Überführungen der großen Schiffe über die Ems dürfen keine Lieder mehr gespielt werden, wenn sie draußen zu hören
sind – jedenfalls nicht mehr zwischen Leerort und Ditzum.
 Diese Tatsache hat eine Flut von Leserbriefen in den regionalen Zeitungen ausgelöst, die meisten äußerten sich teils verständnislos einige ironisch belächelnd. Wie kommt es, dass die Musik bei der Überführung eines Luxusliners für viele Menschen doch sehr wichtig ist? Können sie die Stille in der Natur nicht aushalten? Wissen sie damit nichts mehr anzufangen? Oder wirkt so ein “riesen Pott“, wenn er rückwärts durch die Ems gezogen wird, doch gar nicht mehr so romantisch?? Die bunten Farben auf dem Stahlkoloss lassen auch keine Romantik aufkommen, wenn die einlullende Musik fehlt. Nur sie weckt anscheinend die sehnsüchtigen, romantischen Gefühle der Menschen. Sie möchten sich gerne mit der Schnulze >Time to say goodby< im siebten Luxuslinerhimmel heben lassen. Nur schade, dass diese Träumer die reale Wirklichkeit nicht mehr erkennen: Ein zerstörter brauner Fluss, Fische, die in der Ems nicht mehr leben können, Emsauen, die zukünftig geflutet werden und Vögel die keine Chance haben! All das für eine schöne bunte Luxus-Welt, ist sie das Wert? Können wir Menschen auf die Natur verzichten? Können wir in einer zerstörten Natur leben? Eigentlich haben wir Menschen doch einen anderen Auftrag >die Schöpfung bewahren, sie wird zerstört für die finanziellen Interessen der Wirtschaft (Gier). Doch die Schöpfung schlägt zurück, die Klimaveränderungen sind erst der Anfang.

H.B   De Dyklopers
 

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