Aussagen der CDU-Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann sorgen für Ärger zwischen Hannover und Berlin.

Frau Connemann hatte am Mittwoch vor 140 Bauern in Bunde öffentlich angedeutet, das Bundesverkehrsministerium arbeite an Alternativszenarien für die Gewässerverbesserung in der Ems.Und die könnten am Ende sogar den Masterplan Ems überflüssig machen

Deshalb hat Birgit Honé (SPD), Staatssekretärin für Europa und regionale Landesentwicklung in Hannover, gestern einen Brief an Enak Ferlemann (CDU), den Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesverkehrsministerium, geschrieben.

 „Mit einiger Irritation“ habe sie von den öffentlichen Äußerungen Connemanns erfahren, heißt es: „Solcherlei Äußerungen aus dem politischen Raum“ seien „geeignet, einen Keil zwischen die Vertragspartner zu treiben und den Zusammenhalt zu gefährden“. Wir fragen uns, von welchem Zusammenhalt hier gesprochen wird. Zudem könne in Brüssel der falsche und fatale Eindruck entstehen, man meine es beim Masterplan gar nicht so ernst mit der Verbesserung der Wasserqualität des Flusses. Dieser Eindruck ist schon seit Veröffentlichung des Masterplans da!!! Zudem bestätigen  bestimmte Äußerungen seitens der Verbände unsere Vermutung: „Wenn das mit den Poldern nicht klappt, haben wir wenigstens Auwälder geschaffen!“

Immerhin sei es mit dem Masterplan gelungen, „einen jahrelang schwelenden Konflikt an der Ems zu befrieden“ und einen Kompromiss zwischen Ökonomie und Ökologie zu finden, „was über lange Zeit als unmöglich galt“, schreibt Honé. Die vormals zerstrittenen Partner arbeiteten vertrauensvoll zusammen? Der Konflikt besteht immer noch: De Dyklopers e.V. und die IG  “Rettet die Ems“ sind nach wie vor “gegen den Masterplan“, der nur an den Symptomen herum doktert und zeitnah keine Lösung für die zerstörte Ems bietet!

Unsere Videoclips zeigen das Ausmaß der Zerstörung unseres Flusses:  Youtube > Dyklopers > die braune Ems

  An der Umsetzung des Masterplans sind zahlreiche Partner beteiligt, und warum? Weil die EU-Kommission dank des Masterplans auf ein Vertragsverletzungsverfahren gegen das Land Niedersachsen wegen Verletzung der Wasserrahmen-Richtlinie verzichtet hat.

Mit im ruderlosen Boot sitzen: Die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Niedersächsische Landesregierung, die Kreise Leer und Emsland, die Stadt Emden, BUND, NaBu, WWF, sowie die Papenburger Meyer-Werft. > das übliche geklüngel

 

 
 
 
 
Die Fakten zur Verschlickung des Flusses sind bekannt – aber für das Papier der Lenkungsgruppe gilt strikte Vertraulichkeit. Offenbar droht die EU-Kommission mit Klage, wenn weiterhin nichts geschieht. Dabei droht nicht nur eine Geldstrafe.

Leer/Hannover - Um eine Angelegenheit von großer Tragweite für den Landkreis Leer wird derzeit unter ungewöhnlich großer Geheimhaltung verhandelt. Dabei sind alle Fakten bekannt: Die Ems hat ein großes Problem. Der Fluss verschlickt und versalzt und muss immer wieder ausgebaggert werden. Um das Problem anzugehen, wurde vor langem in Hannover eine Lenkungsgruppe gegründet, die zur Bewertung von Lösungsvorschlägen eine große Untersuchung in Auftrag gegeben hat. Die Lenkungsgruppe soll am kommenden Montag ein gemeinsames Papier unterschreiben.

Um was geht es dabei? Niemand war bereit, zu dem Thema Auskunft zu geben, weil strikte Vertraulichkeit vereinbart worden sei. Niemand wollte als Urheber noch so kleiner Informationen erkennbar sein, um nicht als derjenige dazustehen, der ein solch wichtiges Vorhaben gefährdet hat.

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Grüner Minister gibt Meyer Standort-Garantie

Von Edgar Behrendt

Stefan Wenzel hält eine Verlagerung der Werft an die Küste für unrealistisch. Aber er kündigte am Donnerstag in Leer an, die Wasserqualität der Ems nachhaltig verbessern zu wollen. In einer Studie würden derzeit verschiedene Möglichkeiten untersucht.

Leer/Papenburg - „Ich möchte keine Lösung in den Raum stellen, die sich nicht realisieren ließe.“ Mit diesen Worten hat Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) am Donnerstag einem möglichen Umzug der Papenburger Meyer-Werft an die Küste eine Absage erteilt. „Es ist wichtig, dass wir die Arbeitsplätze erhalten“, betonte er in einem Pressegespräch in Leer. Vor allem aus seiner Partei hatte es immer wieder Forderungen gegeben, die Werft zumindest zum Teil an den Rysumer Nacken zu verlagern.

Wenzel war in Ostfriesland unterwegs, um sich über den Zustand der Ems und über Möglichkeiten der Verbesserung des ökologischen Zustandes des Flusses zu informieren. Das Ergebnis: „Die Qualität ist sehr schlecht. Zu bestimmten Zeiten geht der Sauerstoffgehalt gegen null. Das kann so nicht bleiben“, sagte Wenzel. Er verwies auf eine Studie, die Ende Februar 2014 vorgestellt werden soll und in der verschiedene Verbesserungsmaßnahmen untersucht werden

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Tausende Schaulustige - zum Teil weit gereist - bestaunten am Sonntag die Überführung des Ozeanriesen auf der Ems.

20 Unweltschützer standen wie immer bei diesem Spektakel auf der Jann-Berghaus-Brücke um zu zeigen, dass die Zerstörung der Ems für die
Meyer-Werft auch Kritiker hat. So weit, so schlecht. Aber was dann geschah, lässt einen mit der Frage zurück:
"Wo leben wir eigentlich?"

Der Betriebsratsvorsitzende der Meyer-Werft, Thomas Gelder (Gewerkschafter und SPD-Mitglied) führt 20 bis 30 neue Meyer-Azubis am
Sonntagabend als bezahlte Pro-Meyer-Jubel-Demonstranten mit einem selbst gemalten Plakat "Meyer sorgt sich um unsere Zukunft" auf die
Jann-Berghaus-Brücke - quasi als Gegendemo. Nicht der Chef, seine Manager oder seine Sprecher stehen hier in erster Reihe: Hier werden Azubis, die zum Teil
jünger sind als der Meyer-Ems-Konflikt als Marketing-Maßnahme missbraucht. Noch einmal für alle: Die Umweltschützer fordern eine Teilverlegung der Werft nach
Emden - das ist möglich und mit Sicherheit günstiger als die exorbitanten Kosten der Unterhaltungsmaßnahmen für Meyer. Dies würde der Ems die Möglichkeit
geben, wieder renaturiert werden zu können und es würde auch für die zukünftigen Azubis eine Zukunft für eine Arbeit in dieser Region bilden. Der
einzige Grund, warum dies nicht durchgeführt wird, ist, das Herr Bernhard Meyer dies nicht will und aller wirtschaftlicher und ökologischer Logik zum Trotz
Politiker, Bundes- und Landesbehörden, Landräte, Ortsbürgermeister, die SPD und CDU, sowie ein Heer von Anwälten und Gutachtern ihm den Rücken stärken.

Man darf gespannt sein, wer das nächste Mal auf der Brücke
steht...


De Dyklopers e. V.

 

Aufgrund des Tiefgangs der großen Schiffe muss das Wasser über einen längeren
Zeitraum gestaut werden. Die Ems führt zu dieser Jahreszeit wenig Wasser,
daher pumpt das Emssperrwerk anteilig mehr Salzwasser in den aufgestauten
Flussabschnitt. Daher besteht Gefahr, dass geschützte Süßwasserzonen der Ems
versalzen.Aus diesem Grund nahmen wir vorsorglich "eigene" Salzmessungen vor.

 15.September 12, Willm und Carola messen den  Salzgehalt in der Ems im Hintergrund >die Jann-Berghaus-Brücke

 

 

 

 

 

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