P R E S S E I N F O    11. Mai 2008
Anlage: 1 Foto, Foto: Wattenrat
 

Ems-Schäden: Umweltinitiativen auf gemeinsamer Kutterfahrt

 

Zu einer gemeinsamen Ems-Fahrt hatte die “Interessengemeinschaft Ems“

eingeladen. Auf dem voll ausgebuchten Kutter „Heike“ trafen sich

Mitglieder der „Dyklopers“, des Wattenrates Ost-Friesland und privat

Interessierte in Ditzum, um bei herrlichem Wetter den „maroden Fluss“,

wie Elfie Oorlog von den „Dyklopers“ die Teilnehmer begrüßte, auf

einer Fahrt bis zur Meyer-Werft in Papenburg zu erkunden. Walter

Bünker aus Weener erläuterte die Ursachen der sehr starken Strömung

und den Grund der starken Trübung des Flusses: „Dieser Fluss wurde mit

ständigen Baggerungen auf Kosten der Steuerzahler immer tiefer

gebaggert, damit Herr Meyer in Papenburg an der falschen Stelle im

Binnenland riesige Schiffe bauen kann. Auch mit dem Ems-Stauwerk, ich

sage bewusst Stauwerk und nicht Sperrwerk, wurden die Baggerungen

nicht überflüssig. Die Folgen sehen wir hier, starke Strömung und eine

braune verschlickte Brühe, hier kann kaum noch etwas leben.Und jetzt

soll auch noch Salzsohle aus Kavernenausspühlungen eingeleitet

werden.“ Am Ufer konnte man die z.T. starken Uferabbrüche sehen, auch

dies wurde auf die zu starke Vertiefung zurückgeführt. Bünker: „Hier

gibt es Auskolkungen von mehr als zwölf Metern Tiefe, die müssen im

Auge behalten werden, damit die Deiche nicht wegrutschen.“ Er machte

auf die großen Haufen von Schüttsteinen aufmerksam, die an einigen

Stellen des Emsufers deponiert waren, um Absackungen schnell

befestigen zu können.

Dort wo Hochspannungsleitungen die Ems überqueren, wurden speziell für

die großen Meyer-Schiffe neue und höhere Masten gebaut. Bünker:

„Bisher mussten die Hochspannungsmasten vor jeder Schiffsüberführung

abmontiert werden, nun baute man extra für die Meyer Wert höhere

Masten. Genauso wird mit der Jann-Berghaus-Brücke in Leer verfahren,

deren Durchfahrt für Meyer-Schiffe verbreitert wird. Was nicht passt,

wird für Herrn Meyer passend gemacht, und der Steuerzahler darf

zahlen.“ Elfie Oorlog ergänzte: Die neueste teuere Posse für den

Steuerzahler ist das Gutachten, das die Landkreise Leer und Emsland in

Auftrag gegeben haben, um herauszufinden, welche Auswirkungen es auf

die Region haben wird, wenn die Werft tatsächlich an das

seeschiffahrtstiefe Wasser an der Küste verlegt würde. Das beauftragte

Institut für Wirtschaftsförderung bekommt dafür 30.000 Euro aus dem

Steuersäckel, und wir wissen jetzt schon, was im Gutachten drinstehen

wird. Die Ems mit Herrn Meyer als Werftbetreiber in Papenburg ist ein

Millionengrab für die Steuerzahler, und Politiker und Verwaltungen

unterstützen das!“ Manfred Knake vom Wattenrat machte abschließend auf

die Bedeutung des Ems als Natura-2000-Gebiet nach den EU-Richtlinien

aufmerksam: „Die Politik weiß immer genau, welche Fördertöpfe sie von

der EU anzapfen kann, da sind sie alle großartige Europäer, aber wenn

es um die Einhaltung von EU-Naturschutzrichtlinie geht, wird getrickst

und gemauschelt. Das lässt sich gerade am Beispiel der Ems nachweisen.

An der Ems im Wybelsumer Polder wurde in einem EU-Vogelschutzgebiet

ein riesiger Windpark gebaut, und mitten in die Ems ein Stauwerk für

die Meyer Werft, das als Sperrwerk für den Küstenschutz umdeklariert

wurde, um die EU-Kommission ruhig zu halten.“

 

 

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