Der Nordwesten Niedersachsens ist nun einmal das Überwinterungsgebiet von arktischen Gänsearten.

 Auf der Homepage des „Nationalpark Wattenmeer“ wird anschaulich hervorgehoben wie wichtig das Wattenmeer und die Küste für Zugvögel sind:

Die Wildgänse kommen!“

Wer um diese Zeit einen Spaziergang an der Küste macht oder die letzten Gartenarbeiten erledigt, kann es gar nicht überhören:

Die Wildgänse kommen! Es ist immer wieder ein beeindruckendes Bild, wenn an sonnigen Herbsttagen oder in klaren Vollmondnächten die Gänsetrupps in Keilformation am Himmel vorbeiziehen.

Bis zu 200.000 Gänse sind es allein an der niedersächsischen Küste, die von ihren arktischen Brutgebieten kommend im Nationalpark und der angrenzenden Küstenregion

im Laufe des Winterhalbjahres rasten.
In erster Linie sind es Nonnen- und Ringelgänse, die wir im Nationalpark begrüßen können. Beides sind so genannte „Meeresgänse“, die nur an der Küste vorkommen und im Frühjahr

vor allem auf den Salzwiesen fressen. Dabei sind die Ringelgänse echte „Wattenmeer Spezialisten“ unter den Gänsen. Sie fressen im Herbst am liebsten Seegras und Grünalgen im Watt.

Und als einzige Gänse Art benötigen sie kein Süßwasser zum Trinken. Mit Hilfe gut entwickelter Salzdrüsen oberhalb der Augen kann die Ringelgans das Salz wieder ausscheiden,

  das sie mit den Pflanzen und dem Meerwasser aufgenommen hat.
Aber auch Bless- und Graugänse bereichern jetzt unsere Küstenregion und fliegen unter markantem Rufen nach Westen, zumindest jetzt im Herbst, wenn sie auf dem Weg

in ihre Winterquartiere sind. Viele überwintern in den Niederlanden, aber immer mehr auch bei uns.
Zurück aus ihren arktischen oder sibirischen Brutgebieten haben die Gänse Flugstrecken von bis zu 5.000 Kilometern hinter sich.

Was sie jetzt brauchen, sind drei Dinge: Futter, Futter und Futter. Das finden sie auf den Salzwiesen und Vorländereien im Nationalpark, aber auch auf Wiesen,

Weiden und abgeernteten Äckern im Binnenland. Und noch etwas brauchen die Gänse: Ruhe. Denn unnötiges Auffliegen – zumal bei so schweren Vögeln – verschwendet Energie und lässt die Fettvorräte schrumpfen.

Und damit sinkt die Chance, im Frühjahr fit für die weite Wanderung in die nordischen Brutgebiete zu sein und dort erfolgreich zu brüten. In den äsenden Trupps haben

immer einige Vögel die Hälse gereckt und halten Wache. Kommt ihnen jemand zu nahe, geben die ‚Wachtiere’ Alarm und der ganze Trupp fliegt auf. Deswegen sollten Beobachter

möglichst weiten Abstand zu den rastenden Vögeln halten.

Rot-Grün in Niedersachsen mit seinem grünen Umweltminister Wenzel betreibt Naturschutz nur auf dem Papier:

Offensichtlich gegen aller Kenntnisse der Gegebenheiten und die Tatsache der Landschaftsveränderung und -zerstörung durch

die Intensivierung der Landwirtschaft. Die industrialisierte Landwirtschaft mit Massentierhaltung

und großem Silage -Bedarf und fast ganzjährige Aufbringen von Gülle, die unkontrolliert den Boden verseucht, ist das wirkliche Problem.

Schon jetzt bekommen Bauern, wenn sie am Vertragsnaturschutz teilnehmen, bis zu 250 Euro/ha/ Schadensausgleich,

egal ob Schäden aufgetreten sind oder nicht.  Dabei machen die Bauern bis zu vier Grasschnitte pro Jahr.

Zum ostfriesischen Landschaftsbild gehören mittlerweile riesige vergammelte Rundballen, die überproduziert wurden. Wie passt das zusammen??

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Eigentlich sind bei uns mittlerweile fast alle wild lebenden Tiere vom Tode
bedroht, aber ich erzähle Ihnen erstmal die Geschichte der Wildgänse.


In den Jahren 2008/2009 wurden erstmals Wildgänse in der Zeit der Mauser
auf der Insel Texel zusammen und in Fangkäfige getrieben und anschließend
vergast. Eine Protestaktion seitens des NABU und des Komitee gegen den
Vogelmord e.V. - hier die Links:
http://www.komitee.de/content/aktionen-und-projekte/weitere-projekte/texel-niederlande
und
http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:vQut0J0IhFoJ:filapper.de/files/gans_unertraeglich170808.pdf+&cd=3&hl=nl&ct=clnk&gl=de
"Störfall 6: Die Niederlande reinszenieren deutsche Geschichte "Open Air"
auf Texel.
Statt "Gage bekommen" heißt es für die gefiederten Statisten der
Freiluftveranstaltung anschließend "Gans tot" - konnte diesem Treiben
damals kurzfristig Einhalt gebieten.

Aber schon im Jahre 2011 wurde das Morden der Wildgänse wieder aufgenommen.
Hier ein Video von Piepvandaag.nl

https://vimeo.com/68600472

Ende Mai bis Mitte Juni sind die erwachsenen Wildgänse in der Mauser und
ihre Jungen bekommen gerade die ersten Federn. Für den einzigen Betrieb in
den Niederlanden, der sich auf Einfangen und Vergasen von Wildgänsen
spezialisiert hat, „Duke Faunabeheer“, sind diese 4 Wochen die ideale Zeit
um Wildgänse in großer Zahl zu vernichten. Er handelt im Auftrag der
Niederländischen Behörden und führt wahre Massaker unter unseren Wildgänsen
durch.

In den Jahren 2011 bis 2014 durfte Gas nur mit Ausnahmegenehmigung seitens
Brüssel in einem Umstrahl von zunächst 10, später 20 km rund um den
Flughafen Schiphol angewendet werden, um die Flugsicherheit zu
gewährleisten. Hier ein Artikel mit Bildern aus dem Jahre 2014. Dies Jahr
wurden dort rund 20.000 Gänse mit Gas getötet:

http://www.nrc.nl/nieuws/2014/05/27/ganzen-rond-schiphol-gevangen-en-gedood-voor-de-veiligheid

In den Provinzen Utrecht und Noord-Holland wurden vom gleichen Unternehmen
Tausende von Wildgänsen gefangen, dort wurde ihnen dann der Hals umgedreht
oder abgehackt. Es geht dabei nicht um ein paar Hundert Tiere, es geht um
Tausende von Tieren.

Am 1. Juni 2015 hat die Europäische Kommission in Brüssel Kohlenstoffdioxid
(CO2) als Bekämpfungsmittel zum Vergasen von Gänsen im Gesamtbereich der
Niederlande zugelassen. Bereits in diesem Jahr und in allen drauffolgenden
Jahren dürfen zuzüglich zum tausendfachen Abschuß unserer Wildgänse im
gesamten Jahr nun auch noch jedes Jahr im Frühjahr Zigtausende von Gänsen
mit CO2 in einem qualvollen Erstickungstod vergast werden.

Hier ein Video der Vergasung von 1000 Wildgänsen bei Schagen in
Nord-Holland:

https://youtu.be/PNVFykrZnO4

Hier ein Video vom Einfangen der Gänze im Nationalpark De Alde Feanen, dort
wurden 1000 Wildgänse eingefangen und mit CO2 getötet:

https://youtu.be/3RT6CXTiRvs

Unser Gänsefänger behauptet, daß es sich dabei um einen schnellen und
sauberen Tod handeln würde. Ihm ist das Leid der Wildgänse bei den
Einfangaktionen, in den Fangkäfigen und während dem Erstickungstod egal, er
betreibt Schädlingsbekämpfung im Auftrag der Regierung.

Wie solche Einfangaktionen mit anschließender Tötung aussehen, sehen Sie
auf diesen Videos:

https://www.youtube.com/playlist?list=PLG91VV5kYepqQshN1Ni3gRfczDJJ5DjQy

In wenigen Jahren soll die Zahl der Wildgänse in den Niederlanden auf die
Anzahl der Wildgänse von 2005 zurückgeschraubt werden. Derzeit ist die Rede
davon, daß 550.000 Gänse vergast werden sollen, die gleiche Anzahl soll
abgeschossen werden.

Mittlerweile gibt es noch ein zweites Tötungsunternehmen, V&T Faunabeheer,
das dieses Jahr in der Provinz Utrecht und in deren Auftrag  1.600 Gänse
aus den Naturgebieten mit einem Genickbruchgerät getötet hat. Bis jetzt
durfte sich niemand dieses Gerät anschauen, es weiß auch niemand wie und ob
es funktioniert.

Es gäbe alternative Methoden um die Wildgänse vom Flughafengelände und aus
der Landwirtschaft fernzuhalten, die Methoden wurden von Wissenschaftlern,
Naturkundlern, Vogelkundigen ect. entwickelt und den Behörden vorgestellt.
Leider wurden all diese Methoden von den Behörden verworfen.


Die Behörden unterstützen die Bauern und die Jagdvereinigungen. Sehr viele
Angehörige der Regierung sind passionierte Jäger, für die Gänse keine
schutzbedürftigen Lebewesen sondern Flugobjekte zum abknallen sind. Die
Zugvögel, die unser Land nur im Winter besuchen, sind relativ geschützt.
Alle anderen Wildgänse, auch in Europa geschützte Arten, werden in den
Niederlanden getötet.

Unter dem Titel "Ga voor Gans!" wird in den Niederlanden ein neuer
Absatzmarkt für das Fleisch der ermordeten Gänse im Internet eröffnet. Wenn
Sie das Stichwort eingeben, finden Sie unglaublich viele Webseiten, die
Ihnen vielleicht einen Eindruck vom Umfang des Mordes an unseren Gänsen
vermitteln.
Jäger aus Amerika und England kommen in die Niederlande, um unsere Gänse
abzuschießen und brüsten sich damit, hier ein Video von Piepvandaag.nl und
der Link zu der amerikanischen Webseite:

https://youtu.be/xroyGz7lH6s



 

 

 

dpa, 04. November 2014:

Beharrlich und unbequem – Umweltaktivist bekommt Naturschutzpreis
Von Hans-Christian Wöste, dpa

Emden/Bremen (dpa/lni) – Beschimpft, bedroht, verletzt und verklagt: In 45 Jahren als Naturschützer hat Eilert Voß einiges erlebt. Bei seinem gewaltfreien Kampf gegen die Jagd im Wattenmeer wurde der Emder nicht nur verbal attackiert. 1989 verliert er beinahe ein Auge, als er vom Steinwurf eines Jägers getroffen wird. Als unbequemer Beobachter von umstrittenen Jagdszenen in einem Naturschutzgebiet wird Voß Jahre später wegen Jagdstörung angezeigt und zu einer Geldstrafe verurteilt. Doch er gibt nicht auf.

In diesen Tagen besetzt der Ostfriese wieder frühmorgens seinen Ausguck an der Ems. Für die Initiative Gänsewacht zum Schutz von jagdbedrohten Vögeln dokumentiert er mit Laptop und Kamera Verstöße der Waidmänner. Das sind Schüsse bei schlechter Sicht wie Nebel, Schneetreiben oder Dunkelheit, wenn geschützte Vogelarten nicht mehr erkennbar sind. Wie Voß fordert auch der Ökologische Jagdverband ÖJV das Verbot der Zugvogeljagd in Schutzgebieten an der Küste.

Für seine Beharrlichkeit wird Voß am Mittwoch von der Bremer Karl Kaus-Stiftung ausgezeichnet. Der mit 5000 Euro dotierte Preis wird für besondere Verdienste beim Schutz freilebender Tiere verliehen. Erster Preisträger war 1982 der renommierte Tierfilmer und Journalist Horst Stern. «Voß bekommt den Preis für seinen Mut. Er nimmt es auch mit der mächtigen und gut organisierten Jagdlobby auf», begründet Joachim Seitz von der Bremer Stiftung die Preisvergabe. Selbst Gerichtsprozesse hätten Voß nicht abgehalten, die Zugvogeljagd an der Küste zu kritisieren und ihr Verbot zu fordern. «Viele reden viel und tun wenig – Eilert Voß macht es umgekehrt», sagt Seitz.

Dabei hatte Voß ganz harmlos mit der Tierfotografie angefangen. Mit 22 Jahren näht er sich ein Tarnzelt, beobachtet daraus stundenlang Kampfläufer und Birkhühner und beginnt seine Sammlung eindrucksvoller Tierfotos. «Niemals hätte ich daran gedacht, eine Jägerprüfung zu machen und diese wundervollen Geschöpfe ins Jenseits zu befördern»,sagt der 66-Jährige im Rückblick. «Das waren Lehrstunden fürs Leben.»

Als Aktivist für den Naturschutz und Kämpfer gegen Umweltzerstörung macht sich Voß seitdem einen Namen über Ostfriesland hinaus. Im Widerstand gegen das umstrittene Dollarthafen-Projekt an der Emsmündung besetzt er 1981 mit niederländischen Umweltschützern eine selbstgebaute Protestplattform im Watt. 1986 demonstriert er beim Festakt zur Eröffnung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer gegen die Wattenjagd – an seiner Seite eine als Jäger «Bruno» verkleidete Schaufensterpuppe.

Neben der Gänsewacht ist Voß auch im Wattenrat Ostfriesland aktiv, in dem sich verbandsunabhängige Naturschützer engagieren. Der Vater von zwei Söhnen setzt sich zudem für die Ems ein, die als Folge von Ausbaggerungen zunehmend verschlickt und biologisch verödet. Der Segler kennt das Flussrevier genau und geht dort mit eigenem Boot auf Fotopirsch. Touristische Motive hat er dabei nicht im Blick: «Ich mache aus den Fotos kein Geschäft, sondern setze sie als Waffe gegen die Schande der Landschaftsvernichtung ein.»

Enttäuscht ist Voß von der rot-grünen Landesregierung, die mit einer neue Jagdzeitenverordnung kaum Schutz für die empfindlichen Gebiete erreicht habe. «Er hat also noch genug zu tun», sagt Stiftungsvorstand Seitz.

 

Dankesrede von Eilert Voß

Verehrtes Stiftungskomitee der Karl Kaus Stiftung für Tier und Natur

Sehr geehrte Damen und Herren hier im Saal.

Da klingelt vor 8 Monaten das Telefon und eine freundliche Stimme spricht ins überraschte Ohr, ich solle von der „Karl Kaus Stiftung“ einen Umweltpreis erhalten!

Ja- da war ich sprachlos und begriff erst im Lauf des Gesprächs, was sich da außerhalb Ostfrieslands in öffentlicher Wahrnehmung anbahnt. Auf meine Frage, wieso man mich denn ehren wolle da ich meine Arbeit lieber im Verborgen als im öffentlichen Rampenlicht tue, sagte man mir: „Sie bekommen den Preis für ihre Beharrlichkeit und vor allem für den Mut, es mit der gut vernetzten Jagdlobby aufzunehmen. Sich nicht einmal durch Gerichtsprozesse vom Ziel abbringen zu lassen, die Zugvogeljagd an der Küste öffentlich zu kritisieren und deren Verbot zu fordern“.

Gut- ich sagte zu, ohne unmittelbar danach die bange Frage hinterher zu schieben: „Da kommt doch etwa kein großer Rummel auf mich zu? Womöglich gar das Fernsehen?“ Als Herr Seitz mir dann versprach: „Nee, geplant ist ne Feier im kleinen Kreis“, – hatten sich meine Bedenken schon fast verflüchtigt.

Da hatte ich also spontan zugesagt, vernahm so ganz schwach etwas von einem stattlichen Preisgeld für die Arbeit in Wattenrat und Gänsewacht und war beinahe selbst erschrocken über mich selbst und die soeben gehörte Würdigung. Langsam spürte ich wieder Boden unter den Füßen.

Im Gestrüpp des Behördendschungels hab ich Verständnis, von Lob ganz zu schweigen, immer vermisst. Kurz flackerte ein Gedankenblitz durch meinen Kopf, dass sich so oder ähnlich Menschen fühlen könnten, denen man übers Telefon sagt:„SIE haben den ´alternativen Nobelpreis` bekommen“.

Dann schaltete ich erstmal den PC an, googelte die bisherigen Preisträger der Stiftung und erschrak ein weiteres Mal: Horst Stern, mein hoch geschätzter Vordenker und Mentor bekam den allerersten Preis! O Gott, was nun? Horst Stern setzt schier unerreichbare Maßstäbe. Reichen meinerseits 200 Jahre Aktivität von heute gerechnet, an Ostfrieslands Naturschutz-Front? Oder sind`s gar satte 300? Seine Filme und vor allem der entlarvende, jagdkritische Film von 1971, zur besten Sendezeit am Weihnachtstag: „Bemerkungen über den Rothirsch!“

„Das wars!“ Eine bestens recherchierte Story, eine Parabel für den Kampf gegen das Heer der rücksichtslosen Lizenzjäger im Watt! Mir als 23 Jährigem zeigte mein verehrter Horst Stern im Fernsehen, dass nur schonungslose Bildreportagen Menschen aufrütteln und dass Langzeiterfolge vor allem mit zäher Aufklärungsarbeit verknüpft sind. Also ran an die Arbeit, es gibt viel zu tun an der Küste. Dass nach dem Film von Horst Stern weitere 43 Jahre mit unendlichem Tierleid ins Land gehen, auch aktuell kein Ende der Fahnenstange in Sicht, ist ärgerlich und ernüchternd zugleich. Über ellenlange Roten Listen, Umwelt- und Naturschutz Lobreden oder geflügelte Worte wie: Bewahrung dser Schöpfung, wird mit Verlaub, oft nur geschwafelt und die Lösung vieler drängender Fragen auf die lange Bank geschoben.

Über viele Jahrzehnte ein ungezügeltes Wirtschaftswachstum, trotz des anklagenden Reports: „Die Grenzen des Wachstums“. In meine Gedankenwelt schlug die Computer-Hochrechnung wie eine Bombe ein. Dennoch sah ich mich, mit bescheidenen Möglichkeiten zwar, herausgefordert.Fest überzeugt, zumindest der regionalen Umweltzerstörung nicht tatenlos zuzusehen und hier und da Widerstand zu leisten.

Da ich als Kind und Jugendlicher schon immer in der Wildnis der Unterems und des Hammrichs umher schlich, lag es nahe, dass ich irgendwann mit der Tierfotografie begann, ein Tarnzelt nähte und stundenlang den Kampfläufern und Birkhühnern bei der Balz zusah. Aus einem Abstand von nur 5 Metern. Und nachts schon mal rein in die Bude- und kalt war`s, weil es fror. Dies waren unvergessliche Lehrstunden fürs Leben. Niemals wäre ich später auf den Gedanken gekommen, eine Jägerprüfung zu machen und mit einer Knarre und viel Radau solch phantastische Geschöpfe ins Jenseits zu befördern oder eine Gans in der Luft zu beschießen.

Oft bemerkte ich in Gegenden meiner Fotografierversuche Monate später, dass man die betreffenden Landschaften umkrempelte. Da war die Orchideenwiese ein Acker, der Teich zugeschüttet, oder das Flussufer nicht mehr natürlich, sondern in ein Steinkorsett gezwängt. Vollendete Tatsachen!

Begleitet wurden all die Umweltverbrechen von Lobreden der Profiteure in den Medien. Man vergab an Verantwortliche der Überspülung meines Hammrichs mit giftigem Schlick aus dem Emder Hafen, ein Bundesverdienstkreuz! Welch ein Hohn!

Ich begann, der verdrängten Natur wenigstens in Leserbriefen Nachrufe zu widmen, mich mit Gleichgesinnten zu organisieren und hier und da den unzähligen Tätern am regionalen Artensterben zu zeigen, dass deren Tun längst erkannt ist. In 45 Jahren entstand ein fotografisches Geschichtsarchiv mit 100.000 Dias und modernen Digitalbildern vom Tüpfelsumpfhuhn bis zum Gülle spritzenden Bauern, der in einer Schneelandschaft Nonnengänse vertrieb und mich nach der Aufnahme eine ganze Stunde mit seinem Auto verfolgte. Nur weil ich ein Foto von seinem Güllegespann und flüchtenden Gänsen machte! Den genialen Tipp: meine Fahrt, mit ihm hintendran, direkt an der Polizeistation enden zu lassen, gab mir meine Frau „rettend und in höchster Not“, übers Handy. Diesen Streich hatte der Umweltsünder nicht bedacht. Doch anzunehmen, die Polizei hätte den Bauern wegen Nötigung oder des Sündenfalls, auf gefrorener Schneedecke stinkende Gülle auszubringen belangt, wäre aller Erwartung an die Staatsgewalt zuviel.

Es gibt also täglich etwas zu tun. Immer und überall wird permanent gewühlt und gebuddelt, werden Tiere vertrieben und Pflanzen ausgerottet, schießen Zugvogeljäger in letzten Refugien das lebende Inventar zu Kleinholz, mähen Bauern 5x im Jahr die Feldhasen- und Kiebitzwiesen, ebnen Politiker und Beamte den Weg. Wann hat dieser Wahnsinn mal ein Ende?

Immer stellte ich Naturschutzverbänden und Initiativen meine teils erschütternden Bilddokumente der Umweltzerstörung kostenlos zur Verfügung und diese Linie behalte ich bei. Ich beklage allerdings, dass seit der digitalen Revolution in der Fotografie und der Präsenz tausender Foren von Naturfotografen kaum ein Knipser auf die Idee kommt, das Material als Waffe gegen die Schande der Landschaftsvernichtung einzusetzen. Die Gründe liegen auf der Hand: Auch spektakuläre Tieraufnahmen dienen oft der Eitelkeit, wird „Geschäft“ mit Bildern gemacht. Systemkritik ist unbequem und immer öfter beobachte ich Fotografen, die ein Schutzgebiet nach dem anderen abklappern, ohne dass gefährdete Tiere vom so genannten Ökotourismus profitieren. Winzige Restbiotope in „verlorenen Paradiesen“ unter Dauerstress.Wie angedeutet: noch nie waren die technischen und medialen Möglichkeiten der Fotografie und des Internets so gewaltig- das Entkommen aus der Medien-Zentralisierung und das „Gegensteuern“ mit „Widerstand“ so einfach.

Mehr Politik wagen! Unsere Demokratie lebt schließlich vom Widerspruch reformbedürftiger Traditionen und Rituale! Und Horst Stern verhalf dem Naturschutzgedanken zum Durchbruch! Ja- „Erreichtes“, kann aber genauso schnell „den Bach“ hinunter gehen!

Der Umweltpreis der Karl Kaus Stiftung ist die größte Würdigung meiner bescheidenen Arbeit, die ich jemals erfahren habe. Er wird ein Ansporn sein, die Mitarbeit im Wattenrat-Ostfriesland, der Gänsewacht und anderen Initiativen konsequent fortzusetzen.

Dank an folgende Mitstreiter:

Ohne die große Unterstützung vieler Gänsefreunde vor Ort, dem Wattenrat mit Manfred Knake, den „Dyklopers“ e.V., dem Tierschutzverein „Bunte Kuh“ ,den Vorstandsmitgliedern des Ökologischen Jagdverbandes Niedersachsen und meiner Familie, hätte ich den knüppeldicken Zoff mit Zugvogelschießern auf öffentlicher Bühne, zwischen „Schlickwatt und Gerichtssaal“, kaum durchgestanden. Dank der „Karl Kaus-Stiftung“ für das Vertrauen und die hohe Anerkennung, die Arbeit der Gänsewacht an Ems und Dollart so grandios zu belohnen.

Herzlichen Dank.

 

 

 

>>>Gänsewachtprotokoll 2013/14 <<<

Wieder einmal wurden von Zugvogeljägern arktische Gänseschwärme im Einzugsgebiet des Weltnaturerbe "Dollart" beschossen, Rast-
und Äsungsgebiete im NSG "Emsauen" entwertet. Zum ersten Mal gelang dem Wattenrat und der Gänsewacht der Nachweis, dass Gänsejäger
den erschossenen Gänsen zunehmend nur das Brustfleisch entnehmen, den gesamten bleiverseuchten Restkadaver im NSG "entsorgen" und mit diesem
Jagdfrevel Greifvögel und andere Aasfresser gefährden.

E.Voss

Folgender Leserbrief wurde uns zugesandt:

Nachricht: Es scheint so, dass es bei Jägern Gang und Gäbe ist, den erlegten Vögeln nur das Brustfleisch herauszuschneiden. Zumindest hat die Ehefrau eines Jägers mir vor 2-3 Jahren erzählt, ihr Mann mache es immer so - und ihr Froster war voll von Gejagtem ihres Mannes! Ich habe keinen Kontakt mehr zu der Frau, erzähle dies also nicht aus persönlichem Streit o.ä..Ich bin oft über die Jagd entsetzt und bin deshalb auch bereit, diese Aussage amtlich zu wiederholen. Freundliche Grüße

...ich habe große Angst vor Jägern, sie sind skrupellos und unberechenbar, keineswegs am Wohl der Tiere interessiert, sondern nur daran die Natur als Selbstbedienungsplatz für kostenlose Delikatessen zu nutzen oder als legale Möglichkeit den Urtrieb nach Beutefang auszuleben.

Haben Sie damals den Artikel in der OZ vom Abschuß des Waschbären gelesen? Zwischen den Zeilen stand eindeutig, dass ERST geschossen wurde und DANN der Jäger gesehen hatte, dass es ein Waschbär war. Ist das wohlüberlegtes Schießen zum Wohle der Natur? Anschließend ist dann natürlich zu lesen, dass man Waschbären unbedingt schießen muss, sie sind ja solche Räuber! Und ein schleimiger Leserbrief sofort am nächsten Tag: Danke, ihr tapferen Jäger, dass Ihr uns vor den gefährlichen Waschbären schützt! Und auf der Kinderseite wurde sofort auch auf die Gefährlichkeit der Waschbären hingewiesen und die Jäger in Schutz genommen. Von "unabhängig" und "überparteilich" kann bei der OZ wohl keine Rede sein!
 
Der Name ist uns bekannt !

 

Weiter Ärger über tote Gänse

Von Karin Lüppen OZ Online 03.02.2014

Kurz vor Jahresende wurden in Nüttermoor Gänsekadaver gefunden. Die Darstellung der Jäger, die toten Tiere hätten als Köder für Füchse gedient, hält Wilm Ostendorp vom Verein De Dyklopers für unglaubwürdig.

Leer - Die Gänsekadaver, die kurz vor Jahresende im Deichvorland bei Nüttermoor gefunden wurden, lassen den Naturschützern keine Ruhe. Dass die toten Tiere als Lockmittel zur Fuchsjagd gedient haben könnten, wie es Jäger Hero Schulte aus St. Georgiwold vermutet hatten, halten sie für unglaubwürdig, aber ebenso für unzulässig und gefährlich. „Eine Großzahl unserer Greifvögel verendet qualvoll durch Bleivergiftung“, so Wilm Ostendorp vom Verein De Dyklopers.

Wie berichtet, hatten Tierpathologen des Laves (Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) in den Kadavern von Graugänsen Bleischrot festgestellt. „Ganz gleich wo die Gänse geschossen worden sind – sie sind nicht zum Anfüttern in einem Naturschutzgebiet geeignet“, so Ostendorp. Er hatte die Gänse gemeinsam mit Eilert Voß vom Verein Wattenrat gefunden. Weder hätten die Tiere weit abseits öffentlicher Wege gelegen noch seien sie vergraben gewesen – das sei aber Voraussetzung für die Anlage eines Luderplatzes. Für die Naturschützer sind solche Verstöße ein Beleg, dass Jäger nicht in der Lage seien, Jagdaktivitäten in ihren Revieren selbst zu kontrollieren.

Unterdessen hat Manfred Knake vom Wattenrat an den Leiter der Polizeiinspektion Leer/Emden, Johannes Lind, geschrieben. In dem Protokoll, das Beamte verfasst hatten, nachdem sie von Voß an den Fundort gerufen wurden, seien „wesentliche Fakten verschwiegen worden“, sagte Knake. So hätten die Polizisten notiert, dass die Kadaver „stark verwest“ und keine Fremdeinwirkung festzustellen gewesen sei. Beides treffe nicht zu, den toten Gänsen sei offensichtlich das Brustfleisch entnommen worden, ein Kadaver sei zudem von Krähen und Bussarden angefressen gewesen, heißt es in dem Brief an Lind.

 

 

 

 

Die Wattenratpresse bringt es auf den Punkt: 

Bisher hatte die Ostfriesen Zeitung noch nicht über den "Gänseripper"
an der Ems berichtet, obnwohl der Vorfall dort seit Wochen bekannt
ist. Jetzt, wo dpa diesen Vorfall verbreitete, übernimmt auch die OZ
die Berichterstattung, und "verfremdet" die dpa-Meldung enorm. Fakt
ist, dass die Umweltinitiative "Dyklopers" aus dem Rheiderland und ein
Mitarbeiter des Wattenrates Ostfriesland, Eilert Voß (der auch das
Bild zur Verfügung stellte) die unwaidmännisch zerstückelten und
entsorgten Gänse fanden und daraufhin die Polizei informierten. Der
Wattenrat ging damit an die Presse. Das unterschlägt der OZ-Bericht
einfach. Stattdessen wird der NABU in den Vordergrund gerückt, der
sich noch nicht einmal an der "Gänsewacht" (der jahrelangen
Beobachtung der Gänsejäger in einem Schutzgebiet an der Ems bei jedem
Wetter von November bis Januar durch einen Wattenrat-Mitarbeiter,
unterstützt von den "Dyklopers" und anderen) beteiligte. Ein
NABU-Mitglied aus dem Rheiderland fiel noch im Januar 2014 den Findern
der Gänse in den Rücken und erklärte in der Rheiderland Zeitung am 07.
Januar 2014 Zitat: »Hier handelt es sich nicht um Tierquälerei,
sondern um infolge Sturmböen verunglückte Graugänse, an deren Kadaver
Rabenkrähen und vielleicht auch ein Bussard ihren Hunger gestillt
haben. Dafür die Jägerschaft mit einem Märchen von geräucherter
Gänsebrust als weihnachtliche Spezialität verantwortlich zu machen,
treibt echten Naturschützern die Zornesröte ins Gesicht« Zitatende.
Die Zornesröte müsste beim NABU eigentlich der Schamesröte weichen. Es
wird aber anerkannt, das sich der NABU-Rheiderland nun auch deutlich
gegen die Wasservogeljagd in Schutzgebieten positioniert und eine
Bestrafung des Jägers fordert.
Bemerkenswert bleibt aber die Wahrnehmung der Redaktion der Ostfriesen
Zeitung, die den Wattenrat wieder einmal einfach totschweigt; aber
auch das gehört zur "Freiheit" der Presse.


 

 

 

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Das Veterinäramt des Landkreises Leer bestätigt nach Untersuchungen, dass alle drei im Naturschutzgebiet „Emsauen zwischen Ledamündung und Oldersum“ gefundenen und verstümmelten Gänsekadaver Schrot enthalten und somit von Jägern getötet worden sind. Die Fundsituation der Tiere und die Art der beigebrachten Verletzungen lassen keinen anderen Schluss zu.

Diese Tatsache wäre mit großer Wahrscheinlichkeit auch dem langjährigen Mitarbeiter des NLWKN, Hermann Heijen, dem Kreisjägermeister Jan-Wilhelm Hilbrands oder auch dem NABU-Experten Hinderk van Göns aufgefallen, wenn sie sich mit der Situation durch weiteres Bildmaterial beschäftigt hätten, anstatt sich selbst zu beweihräuchern. Statt dessen wird aufgrund eines einzigen Zeitungsfotos die Mär vom Sturm, der die Gänse in den Zaun und damit in ihren Tod trieb, als Wahrheit zementiert. Ihnen ging es augenscheinlich nicht darum, herauszufinden, was wirklich geschehen ist, sondern nur darum, den Umweltverein Dyklopers zu diskreditieren und die Jägerschaft allzu vorschnell von  jeglicher Schuld freizusprechen.

Die Wahrheit liegt manchmal eben doch abseits arroganter Fehleinschätzungen und müsste echten Naturschützern die Schamesröte ins Gesicht treiben.

Die Frage, die sich stellt: warum schießen sich diese selbsternannten Experten immer schnell auf die Tier- und Umweltschützer ein? Haben Sie etwa die Befürchtung, immer mehr Menschen merken, dass sich unter dem Deckmäntelchen der Jagd als aktiver Naturschutz eben doch nur ein brutales und tierleiderzeugendes Hobby (ohne jegliche Kontrolle) verbirgt? Anzuklagen sind hier der oder die Jäger, die im Naturschutzgebiet illegal ihre unerwünschten Überreste der Gänse entsorgen. 

Ein Onlinekommentator auf der Homepage der RZ verlangte eine Entschuldigung der Dyklopers an die angeblich zu Unrecht beschuldigte Jägerschaft. Wir verlangen keine Entschuldigung, sondern Kontrollen während der Jagdsaison und (endlich) jagdfreie Naturschutzgebiete.

 

10. Januar 2014 Rheiderlandzeitung 

kah Nüttermoor/Jemgum. Die am Emsdeich bei Nüttermoor gefundenen Gänse sind durch Schrotkugeln getötet worden. Außerdem wurde ihnen die Brust herausgeschnitten. Das hat eine Untersuchung der Kadaver in einem Veterinärinstitut in Oldenburg ergeben.

Damit ist die von Jägerseite hervorgebrachte These, die Graugänse seien von natürlichen Feinden gerissen worden, vom Tisch. Wie der Landkreis Leer auf Nachfrage der RZ mitteilte, sind die am 29. Dezember entdeckten Kadaver von der Polizei an Amtstierarzt Dr. Hans-Jürgen Salge mit der Bitte um Begutachtung übergeben worden. Dieser leitete die toten Tiere nach Oldenburg weiter, wo sie eingehender untersucht worden sind. Das Ergebnis: »In allen drei Tieren wurde Schrot festgestellt«, so Kreis-Sprecherin Maike Duis gegenüber der RZ. Außerdem sei nachgewiesen worden, dass die Bruststücke »mit einem scharfen Messer« herausgetrennt worden seien.

Die am 29. Dezember 2013 gefundenen verstümmelten Gänse waren  frischtot und nicht vom Regen oder durch das Emswasser durchnässt, nur das Brustfleisch war augenscheinlich mit einem scharfen Messer sauber großflächig herausgetrennt worden, erfahrene “Jäger“ und Tierschützer bestätigten dies. Aus diesem Grund sahen wir uns veranlasst die Polizei einzuschalten, um die Gänsekörper auf Bleischrot untersuchen zu lassen. Gerade den Jägern sollte es wichtig sein  eventuelle “schwarze Schafe“ unter Ihresgleichen aufzudecken. Wir bekommen oft Fotos von halb abgezogenen blutigen Tierkadavern zugesendet, leider ist es aber so, dass es legal ist so genannte Luderplätze anzulegen, hier werden Innereien des geschossenen Wildes abgelegt, um Füchse anzulocken. Auch wurde uns berichtet vom einen totgeborenen Kalb, welches an einem Pfahl angebunden wurde um Füchse anzulocken, was wiederum verboten ist. Wir finden solche abartigen Praktiken nicht zeitgemäß. Es geht uns nicht darum des Jägers liebstes Hobby > Tiere töten, madig zu machen, vielmehr fordern wir  eine Anpassung des Jagdgesetzes an heutige Tier- und Umweltbedingungen und vor allem > jagdfreie Naturschutzgebiete!!  

 

Graugänse, denen die Brust entfernt wurde                                                                  Totgeborenes Kalb als Lockmittel für Füchse(illegal)       Geschossener Hase als Lockmittel (legal)  

 

Widerlicher Fund

Am Sonntag wurden in Nüttermoor am Rand des Naturschutzgebietes drei grausam zugerichtete Gänse gefunden.

Den abgeschossenen Tieren wurden jeweils nur die Brust entnommen - die in Jagdkreisen häufig als weihnachtliche Spezialität „geräucherte Gänsebrust“ auf den Tellern landet. Die traurigen Überreste der Kadaver, mitsamt der Gänsekeulen, wurden einfach in der Natur „entsorgt“. Wer bis hierhin immer noch an die Jagd aus „Tier- und Naturschutzgründen“ glaubt oder zumindest hofft, dass die Jäger einen sogenannten "Hege- und Pflegeauftrag" in der Natur erfüllen, den sie sich immer gern auf die Fahnen schreiben, der wird spätestens beim Anblick dieser brutal zerlegten Grauganskadaver eines Besseren belehrt. Ob es sich hierbei um einen Einzelfall oder aber um gängige „Jagdpraxis“ auf unterstem Niveau handelt, ist nicht bekannt. Die Polizei wird die entsorgten Gänsereste in einem Institut auch auf Bleischrot untersuchen lassen.

 

 

02.04.2013

Hallo Gänsefreunde,
 
heute berichtet die Ostfriesen Zeitung auf ihrer sogen. "Ostfriesland-Seite"
über eine jahrelange Forderung, in den EU-Vogelschutzgebieten der Ems
die Jagd auf Zugvögel endlich zu verbieten. Jahrelang nahm die Nieders.
Landesregierung aus CDU und FDP die Proteste nicht zur Kenntnis, schlimmer, im derzeit
laufenden, behördlichen Verfahren um den Bewirtschaftungsplan- Ems (IBP-Ems),
beabsichtigt das NLWKN, die Wasservogeljagd auf landeseigenen Flächen dauerhaft
festzuschreiben und einem Heer revierloser Vogelschießer die Jagdmöglichkeiten
zu erhalten. Ein Geflecht gut organisierter Jagdlobbyisten versucht auf allen
gesellschaftlichen Ebenen die Probleme klein zu reden und so zu tun, als sei
die Beschießung an den Schlaf- und Äsungsplätzen von Gänsen, Enten und
hochgradig gefährdeten Limikolen kein Problem.
Wir aktiven Mitarbeiter von Gänsewacht und Wattenrat erhoffen uns von der
neuen ROT- GRÜNEN- Landesregierung, dass die nächsten Monate politisch
genutzt werden, eine weitere herbstliche Jagdperiode an den Ufern der Ems
auszuschließen.
 
von Eilert Voß

 

Am Sa. 1.Dez. schaffte es ein Jäger im Jagdgebiet

der Pufferzone-West (Nebeljagdgebiet) mit nur einem einzigen Schuss 12.000 Nonnengänse zu vertreiben!
Wie Hohn, klingt folgende Aufforderung des NLWKN, auf der Homepage ist folgendes zu lesen:

Das 200 ha große Schutzgebiet wird geprägt durch Salzwiesen, weitgehend unverbaute tidebeeinflusste Priele und ausgedehnte, bis 250 Meter breite Flusswattbereiche. Das NSG steht mit seiner Lebensraumfunktion für wandernde Tierarten in funktionalem Zusammenhang mit den Außendeichsflächen der unteren Ems, der Flumm-Fehntjer-Tief-Niederung und vor allem dem Dollart; es nimmt an dessen internationaler Bedeutung für rastende und überwinternde Vogelarten teil. Der Brutvogelbestand insbesondere des Säbelschnäblers begründet die Einstufung als national bedeutsames Vogelbrutgebiet.
Ein Teil des Naturschutzgebiets ist seinerseits Teil des EU-Vogelschutzgebietes V 10 "Emsmarsch von Leer bis Emden".

Zuständig sind die Stadt Emden und der Landkreis Leer als untere Naturschutzbehörden.

Natur erleben ohne zu stören: Bleiben Sie bitte auf den Wegen und führen Sie Hunde an der Leine.

Die Jäger brauchen sich daran wohl nicht zu halten, sie jagen, wie sie gerade lustig sind > mit Hund ohne Hund, versteckt hinter riesigen Heurundballen und oftmals im dichten Nebel, ballern sie drauf los. Keiner fühlt sich zuständig, dieses einzigartige Naturschutzgebiet zu bewachen > nur einer läßt sich nicht abhalten > Eilert Voss, von der Gänsewacht,  er beobachtet, und zeigt Zuwiderhandlungen der Jäger an, mittlerweile von einer Schar von Helfern begleitet. Mutig stellen sie sich den Jägern in den Weg, die oftmals (wie kann`s auch anders sein > auf der Ebene ihres Niveaus) aggressiv und uneinsichtig reagieren!

 

 

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