Schallkanonen gegen Schweinswale

Auf der Suche nach Nordseegas dröhnen Schallkanonen durch Meeresgebiete, in denen empfindliche Schweinswale leben. Naturschützer
fordern ein Verbot der lautstarken Untersuchungen.

Ein Spezialschiff war in den vergangenen Tagen im niederländisch-deutschen Grenzgebiet für seismische Untersuchungen der
Firma Hansa Hydrocarbons unterwegs. In welchem Umfang dort bereits gemessen wird und wie weit der Schall in das Schutzgebiet reicht, ist
unklar. Das Bundesumweltministerium beobachte die Forschungen «mit großer Aufmerksamkeit», sagte ein Ministeriumssprecher in Berlin der
Nachrichtenagentur dpa. Das Ministerium sei in Kontakt mit dem zuständigen niederländischen Behörden. Über Ergebnisse der Gespräche
oder Auflagen von deutscher Seite wurde bisher nicht bekannt. Schallkanonen stoßen für Untersuchungen der tiefen geologischen
Schichten im Meeresboden explosionsartige Geräusche aus. Die 6000 Meter langen Schläuche der Knallapparate werden in einer Breite von
700 Metern hinter dem Spezialschiff hergezogen. Der vom Nordseegrund reflektierte Schall soll Hinweise auf Öl- und Gasvorräte geben.

Die Schallkanonen seien mit bis zu 265 Dezibel 10 000 Mal lauter als Düsenflugzeuge. Die Tatsache, dass Schweinswale sich untereinander mit Klicklauten verständigen und damit ihre Beute aufspüren,  macht das Leiden der Tiere deutlich. Hinzu kommt das die  Jungen der Schweinswale im Juni bis August geboren werden. Deshalb stellt der Lärm in dieser Zeit eine ganz besondere Belastung dar.

Ein fassungsloser Kommentar von Manfred Knake

Die ganze Welt liebt Wale: Whale-Watching ist der Tourismus-Renner, gegen den Walfang in Norwegen oder Japan wird demonstriert, Boote von Greenpeace oder Sea Shepherd fahren zur Anti-Waljagd aus und stören Walfänger auf See. In Deutschland ist alles ganz anders: Da spendet man gerne z.B. für Greenpeace oder die „Umweltverbände“, unterstützt aber damit gleichzeitig die weitgehende Untätigkeit dieser Verbände beim “nachhaltigen” Schutz  des Kleinen Tümmlers oder Schweinswals vor dem Verletzungs- oder Tötungsrisiko durch eine enorm laute Dauerbeschallung unter Wasser für eine vorgeblich “ökologische” Energiewende. Bei den Rammarbeiten für die Fundamente der Offshore-Wind“parks“ in der Nord- und Ostsee, die angeblich die Welt vor dem Klimakollaps retten sollen, aber in Wirklichkeit nur ein hochsubventioniertes Geschäftsmodell für Hersteller, Projektierer und Betreiber sind, entstehen unglaublich hohe Schalldrücke von mehr als 200 Dezibel. 200 Dezibel, ein logarithmischer Wert, sind das Mehrfache des Lärms eines startenden Düsenflugzeugs in 30m Abstand. Für Wale bedeutet das die Schädigung oder den Verlust der Ortungsorgane und kann zum Tod führen. In Schleswig-Holstein wurden im Sommer 2012 an der Westküste mehr als 130 Schweinswale tot angetrieben, gleichzeitig fanden Rammarbeiten im Windturbinenfeld „Alpha Ventus“ vor Borkum statt. Ob der Tod der Tümmler mit den Rammarbeiten in Verbindung stand, wurde nicht nachgewiesen. Bei keinem der toten Schweinswale wurde aber die Todesursache untersucht, obwohl das nach dem internationalen Walabkommen „ASCOBANS“ vorgeschrieben ist.

 

 

Wir waren an diesem "historischem" Treffen dabei, es war sehr interessant einander kennenzulernen. Wir sind gespannt, wie sich dieser Zusammenschluß weiterentwickeln wird und hoffen unsere gemeinsamen Ziele, auf dieser Ebene der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit,  besser zu erreichen!   De Dyklopers

 Pressebericht

Groningen, 2. Dezember 2010

Niederländische und deutsche Naturschützer: zusammen für einen natürlichen Ems-Dollart

Am Donnerstag trafen sich zum ersten Mal Naturschützer von beiden Seiten der niederländisch-deutschen Grenze, um gemeinsam die Natur im Ems-Dollart zu retten. Das Starttreffen mit dem Titel "Ems-Dollart, Natürlich!" fand im Ems-Dollart-Regionalbüro in Bad Neuschanz statt. Direkter Anlass für diesen Verbund ist die vorgesehene Ausweisung des Ems-Dollart als Natura2000-Gebiet. Die Naturschützer sind froh über diese Ausweisung, weil die Situation im Ems-Dollart erbärmlich ist. Zusammen wollen die Organisationen einen konkreten Beitrag liefern für die Realisierung von Naturschutzmaßnahmen. Die niederländischen Organisationen Natuur en Milieufederatie Groningen und Waddenvereniging sind die Initiatoren dieser Zusammenarbeit.

Der Ems-Dollart ist ein besonders erhaltenswertes Naturgebiet, weil es eines der letzten Gebiete Europas ist, wo ein Fluß ungehindert ins Meer fließt. In diesem Gebiet spielen auch viele ökonomische Interessen. Niederländische und deutsche Politiker und Behörden führen bereits Gespräche über die Erstellung eines Integrierten Management Planes, in dem die verschiedenen Interessen abgewogen und aufeinander abgestimmt werden müssen. Die niederländischen und deutschen Naturschutzorganisationen wollen gemeinsam Naturschutzziele für diesen Plan erarbeiten. Durch den neuen Verbund können die Naturschützer von beiden Seiten der Grenze einander viel einfacher finden.

Ziel des Verbundes ist, einander besser kennen zu lernen, Erfahrungen auszutauschen, und gemeinsame Standpunkte zu formulieren. Die Organisationen wollen gemeinsam Ziele entwickeln und Maßnahmen vorschlagen, um die empfindliche Natur im Ems-Dollart zu schützten.

"Natur hört schließlich nicht bei einer Grenze auf", so Wilfred Alblas, Direktor der Region Nord von Natuurmonumenten und Tagesvorsitzender. " Vögel fliegen von Ost nach West und umgekehrt. Es gibt nur einen Dollart, und der ist Teil des gemeinsamen Wattenmeeres. Nur, indem wir zusammen arbeiten, können wir der Natur eine Stimme geben, die wirklich gehört wird."

Im kommenden Jahr organisieren die Natuur en Milieufederatie Groningen und die Waddenvereniging zusammen mit den Partnern an beiden Seiten des Dollart öffentliche Debatten über die Naturentwicklung in der Ems-Dollart-Region.

Bei diesem ersten Treffen waren anwesend:

BUND,WWF Deutschland,NABU,Bürgerinitiative Rettet die Ems,De Dyklopers,Natuur en Milieufederatie Groningen,Waddenvereniging,Natuurmonumenten,Stichting Het Groninger Landschap,Staatsbosbeheer

Stichting WAD

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Ostfriesen Zeitung, S. 11, 10. Dez. 2010 „Integrierten Bewirtschaftungsplan Ems“,

Gemeinsame Suche nach einer Zukunft für die Ems


VON PETRA HERTERICH PROJEKT Bewirtschaftungsplan für den Fluss wird
erarbeitet Vertreter von Naturschutz und Wirtschaft sitzen unter
Federführung des NLWKN an einem Tisch.

LEER - Es geht um die Zukunft der Ems – und alle sollen mitreden:
Vertreter von Naturschutz, Schifffahrt und Industrie, Fischerei und
Landwirtschaft, Hochwasserund Küstenschutz sowie Tourismus arbeiten
gemeinsam am „Integrierten Bewirtschaftungsplan Ems“, kurz IBP Ems.
Koordiniert wird alles vom Niedersächsischen Landesbetrieb für
Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Gestern fand die
Auftaktveranstaltung im Maritimen Kompetenzzentrum in Leer statt. Dort
wurden zunächst alle Akteure auf den gleichen Informationsstand
gebracht.

 Im Jahr 2013 soll der Bewirtschaftungsplan, an dem gemeinsam
mit den Niederländern gearbeitet wird, vorliegen. Natur und
wirtschaftliche Entwicklung im Bereich des Mündungsgebietes (Ästuar)
der Ems sollen in Einklang gebracht werden. An Elbe und Weser wird
bereits seit drei Jahren mit einem solchen Bewirtschaftungsplan
gearbeitet. An der Ems stehen weite Teile unter Naturschutz, aber
zugleich ist die Ems auch eine Bundeswasserstraße.

Und es gibt zahlreiche Bauvorhaben entlang des Flusses: Vertiefungen,
Ausbau der Unterems, Erdgaskavernen, Soleleitungen, geplante
Windkraftanlagen und Verklappung von Baggergut sind nur einige
Beispiele. „Es ist allerhand los an der Ems“, brachte es Helmut
Dieckschäfer vom NLWKN, Leiter der regionalen Planungsgruppe IBP Ems,
auf den Punkt. Er würde das Gebiet, für das der IBP erstellt werden
soll (siehe Grafik), gerne ausweiten. „Ich möchte bis ans
Leda-Sperrwerk gehen und bis Bollingerfähr bei Dörpen. Auch mit dem
Leda-JümmeBereich werden wir uns ein bisschen beschäftigen müssen“,
kündigt er an. Ob der IBP auch für die Ems bei Eemshaven gelten werde,
müsse mit den Niederländern noch verhandelt werden, erklärte Dieckschä
fer. Auf jeden Fall aber sollen auch die Vertiefungen der Außenems auf
der niederländischen Seite einbezogen werden.

 

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