Eine ERKLÄRUNG für die Dioxinbelastung an der Ems? 

Borschlamm Am 14.11.1982 fotografierte

ich einen Gasbohrturm der Firma "Wintershall" (?) im Dollartwatt vor Dyksterhusen. Der anfallende Bohrschlamm, mit Ätznatron und Schmierstoffen angereicherter Bohrschlamm,

sollte vor Ort vom Betreiber in das NSG "eingespült" werden. Dies verweigerte der Landkreis Leer und bot eine Alternative an.

Längere Zeit nahm ich an, dass der belastete Bohrschlamm im Binnenland in angebl. "sichere Tongruben" transportiert wird. Bis ich eines Besseren belehrt wurde:

Der Landkreis Leer verbot zwar die Einspülung in den Dollart, hatte aber keine

Einwände dagegen, den Giftschlamm wenige Kilometer südlich ins Emsvorland

zu kippen. Das Emsvorland ist wie der Dollart, ein offenes, marines System, d.h.,

bei jeder Springtide wurde die offene Deponie überflutet. Nur weil ich um die

Mitternachtszeit einen Tanklaster über den Deich fahren sah, kam die Sauerei

ans Licht. Trotz einer Beschwerde beim Landkreis Leer wurde in die emsnahe

Deponie "Nüttermoor" noch bis mind. 1986 Giftschlamm eingespült. Der

Bohrschlamm fiel in der Nähe, am Erdgas-Untertage-Speicher Nüttermoor an.

 

Abwasserrohr der Bohrschlammdeponie 1982      Bohrschlammdeponie 1986 Nüttermoor                           Bohrschlamm mit Ätznatron, Deponie Nüttermoor

mit direktem Zugang zur Ems

Deponie mit Warnung 1986 Nüttermoor    Verunreinigter Graben

 

 

 

 

 

Leer/Oldenburg
Dioxin: Farbreste verursachten Messpanne
Von den OZ-Redaktionen

Grasproben von Weideflächen an der Ems sollen  in einem Labor in Stade verunreinigt worden sein !? Erklärung für die Dioxinbelastung an der Ems??

Unabhängig von der aktuellen Entwarnung besteht das Problem von belasteten Schafslebern fort. Dieses beschränkt sich jedoch nicht auf Niedersachsen.

Leer/Oldenburg – Die Ursache der Labor-Panne bei Dioxin-Messungen von Grasproben an der Ems ist aufgeklärt. Alte Farb- und Lackreste in Trockenräumen hätten die Messergebnisse verfälscht, sagte gestern auf Anfrage die Sprecherin des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves), Hiltrud Schrandt. [...] Unabhängig von der Entwarnung bei den Grasproben an der Ems bestehe jedoch weiterhin das Problem von belasteten Schafslebern, sagte Schrandt. [...] Rätselhaft bleibt jedoch die Ursache für erhöhte Dioxin- und PCB-Belastungen an der Ems und anderen Regionen, nicht nur in Niedersachsen. Das Gift wurde in Lebern von Schafen und Schlachtbullen nachgewiesen. Höchstwahrscheinlich handele es sich um ein “allgemeines Umweltproblem”, hatte im Februar das Landwirtschaftsministerium nach einer Fachtagung erklärt. Die Belastungen stammten vermutlich aus den vergangenen 50 bis 70 Jahren.
 
Dazu diese Pressemitteilung:
Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung

Weitere Ergebnisse zur Dioxinproblematik

Hannover. Nach dem Kontaminationsproblem mit dl-PCB in einem Trocknungsraum des Futtermittelinstituts Stade ergeben Untersuchungen von Aufwuchsproben im Bereich der Ems folgendes Bild:
1. Von den im Überschwemmungsbereich der Ems und in anderen Gebieten gezogenen Aufwuchsproben wurde der Auslösewert von 0,35 ng/kg Futtermittel für dl-PCB von keiner Probe überschritten.
2. Durch den Vergleich der neuen Ergebnisse mit den Umweltdaten konnten die bisher nicht plausibel zu erklärenden Unterschiede zwischen den Futtermittel- und Umweltproben ausgeräumt werden. Die bislang aus dem Kompartiment Futtermittel abgeleitete Sondersituation im Emsbereich kann in der Tendenz nicht aufrecht erhalten bleiben. Futtermittelrechtlich kann in dieser Region kein höheres Risiko mehr gesehen werden, als in anderen Überschwemmungsgebieten.
3. Auf Grund der Auswertung der neuen Ergebnislage im Bereich der Futtermittel kann auch die Annahme nicht mehr aufrecht erhalten bleiben, dass Produkte von Tieren, die auf landwirtschaftlichen Betrieben mit Flächen im Vordeichbereich der Ems gehalten werden, grundsätzlich erhöht belastet sind.
4. Die Umweltdaten weisen weiterhin auf keine Sondersituation im Bereich der Ems hin.
5. Eine Risikobewertung aus futtermittelrechtlicher Sicht beinhaltet die Ableitung, dass bei Nichteinhaltung der guten landwirtschaftlichen Praxis und der Bewirtschaftungsempfehlungen das Risiko einer Kontamination der Futtermittel mit Dioxinen steigt. Den Empfehlungen der Landwirtschaftskammer kommt daher eine erhebliche Bedeutung zu.
6. Zur Erhärtung der Futtermittelergebnisse sind in der nächsten Aufwuchsperiode weitere Untersuchungen durchzuführen. Vornehmlich soll das auf den Flächen geschehen, auf denen das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie den Boden untersucht hat.
Dieses Resümee zog Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke aus dem niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung in einem informellen Gespräch mit der Verantwortungsgemeinschaft Ems. Diesen Kreis aus Vertretern der Landwirtschaft, den Untersuchungsämtern, Überwachungsbehörden und Abgeordneten des niedersächsischen Landtags hatte Staatssekretär Ripke seinerzeit ins Leben gerufen, um ein koordiniertes Handeln hinsichtlich der Dioxin- und dl-PCB-Problematik an der Ems sicherzustellen.
Aufgrund der neuen Erkenntnisse sei eine besondere Belastung im Bereich der Ems nicht mehr erkennbar, stellte Staatssekretär Ripke fest und machte deutlich, dass ein spezielles Handeln, das über die Maßnahmen in anderen Überschwemmungsgebieten nicht mehr erforderlich sei. Die Sperrverfügungen für vermeintlich belastete Flächen, sowie die Risikoverfügungen für einige Tierhaltungsbetriebe seien deshalb zurückgezogen worden. 
_________________________________________________________________________________________________________________________________________________

11.08.2008

Dioxin: Landrat fordert schnelles Handeln

Von Michael Mittmann, Ostfriesenzeitung

Im Grasschnitt am Emsufer war Dioxin gefunden worden. Diese Woche sprechen sich die zuständigen Behörden über das weitere Vorgehen ab.

Jemgum - Die Dioxinfunde im Grasschnitt am Emsufer waren am Wochenende auch Thema am Rande des Müggenmarktes in Jemgum. Jetzt müssten erst weitere Untersuchungen auf den Außendeichsflächen gemacht werden, bevor man etwas Genaueres dazu sagen könne, so Landrat Bernhard Bramlage auf Nachfrage. Die zuständigen Behörden würden sich diese Woche absprechen, wie weiter zu verfahren sei. „Das muss jetzt schnell gehen”, forderte der Landrat.

Er sei erschrocken über die Werte, die in der Gemeinde Jemgum gemessen wurden, so Arnold Venema, Vorsitzer des FDP-Ortsverbands Rheiderland und Landwirt aus Jemgumgeise, in einer Presseerklärung. Dennoch halte er die Reaktion der Grünen-Politikerin Meta Janssen-Kucz für abenteuerlich.

Für die Landtagsabgeordnete kommt als Quelle der Dioxinbelastung nur der Emsschlick in Frage. Sie fordert daher, zu prüfen, ob der geplante Probestau der Ems am 16. August vertretbar ist. Vorschnelle Schuldzuweisungen und Panikmache hülfen keinem weiter, meint Venema. „Die Problematik ist zu ernst, um parteipolitisch Kapital aus der Situation schlagen zu wollen”, so der FDP-Politiker wörtlich. Die Umweltbelastung in der Region müsse in einem Kataster festgehalten werden. Erst dann könne man über Verursacher und Konsequenzen reden.

 

 Zum Thema: Sicherheit für Verbraucher:

Dioxin: Leber von Deichschafen ist in den Verkauf gelangt

 

Eine Untersuchung ergab, dass das Fleisch der Tiere für den Verzehr geeignet ist. Die Dioxinwerte in der Leber überschritten jedoch den zulässigen Grenzwert.

Leer - Die möglicherweise mit Gift belasteteten Lebern von Schafen, die an den Emsdeichen weiden, sind nach Züchterangaben regelmäßig in den Verkauf gelangt. Sie seien eine Delikatesse, so die Züchter.

Nachdem am Emsufer Dioxine im Gras der Weiden entdeckt worden war, hatte der Landkreis Leer nun zehn Schafe gekauft und schlachten lassen. Erste vom Kreis Leer am Montagabend veröffentlichte Tests hatten ergeben, dass die Schafslebern gefährlich hoch belastet sind. Bislang sind sechs von zehn Proben analysiert und das Fleisch der Tiere als unbedenklich eingestuft worden, teilte die Sprecherin des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves), Hiltrud Schrandt, am Montag mit.

Das Fleisch sei für den Verzehr geeignet - nur die Leber nicht. Die Dioxinwerte in der Leber der Tiere überschritten den zulässigen Grenzwert. Der Landkreis Leer will sich jetzt verstärkt mit der Ursachenforschung beschäftigen. Woher das Gift stammt, ist noch völlig unklar.

________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Leer/Oldenburg

15.08.2008

Dioxin: Emsufer noch höher belastet

 Das Ausmaß der Dioxinfunde an der Ems wird immer größer. Dies zeigt das Ergebnis einer Probe, das am Donnerstag durch das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bekannt gegeben wurde.

Leer/Oldenburg - Die Dioxinfunde an der Ems nehmen ein immer größeres Ausmaß an. Wie das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) am Donnerstag in Oldenburg mitteilte, hat die Analyse der fünften von neun Proben eine dreifache Überschreitung des Grenzwertes ergeben. Das Gras stammt vom Ostufer. Bei den ersten Proben war  im Durchschnitt das Doppelte des Grenzwertes gemessen worden.

Am Donnerstag beraten Vertreter des LAVES, des Landwirtschaftsministeriums, der Landkreise Leer und Emsland sowie der Stadt Emden in Oldenburg das weitere Vorgehen. Leer

________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Höhere Dioxin-Belastung nach Probestau der Ems


Für den 19. Februar hat Staatssekretär Ripke zu einer Besprechung nach Hannover eingeladen. Dort sollen die Untersuchungsergebnisse vorgestellt werden.

Leer - Nach dem Probestau der Ems Ende September war das Gras des überspülten Deichvorlands spürbar stärker mit Dioxin verseucht als vorher. Das geht aus bislang unveröffentlichten Untersuchungsergebnissen des Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) hervor. Auslöser der Untersuchungen waren Dioxinfunde an der Ems, die über den zulässigen Grenzwerten lagen.
Erste Einzelheiten stehen in einer Vorab-Information, die Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke vom Landwirtschaftsministerium den
betroffenen Landkreisen entlang der Ems übersandt hat und die der OZ vorliegt. Ripke hat für den 19. Februar zu einer Besprechung nach Hannover eingeladen.

Heute beginnt um 10 Uhr in Leer pikanterweise der nicht öffentliche Erörterungstermin des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zum Sommerstau der Ems. „Da wird dieses
Untersuchungsergebnis wohl auch ein Thema sein", sagte NLWKN-Pressesprecherin Herma Heyken gestern Abend auf Nachfrage. Die Ems wird jeweils für die Überführung der Meyer-Kreuzfahrtschiffe aufgestaut. Der Leeraner Landrat Bernhard Bramlage sagte der OZ, er kenne bislang keine Details der Untersuchungen und werde öffentlich
keine Schlussfolgerungen ziehen. 
____________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Ostfriesen Zeitung, S. 12, online, 11. Februar 2009

Dioxin: Nächster Stau kommt trotzdem

Am 21. und 22. Februar soll auf der Ems die „Aida Luna" überführt werden. Dafür braucht der Kreuzfahrtriese entsprechenden Tiefgang.
- Auch wenn erste Untersuchungsergebnisse besagen, dass der Dioxingehalt im Gras des Deichvorlands der Ems nach
einem Probestau im vergangenen Herbst deutlich höher war als vorher (siehe Bericht Seite 1), kommt der nächste Stau der Ems auf jeden Fall. Davon zeigte sich die Sprecherin des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, Herma Heyken, im Gespräch mit der OZ überzeugt.
„Es gibt ja noch kein endgültiges Ergebnis", sagte sie. Am übernächsten Wochenende wird die Meyer-Werft die „Aida Luna"
überführen. Dafür wird die Ems am 21. und 22. Februar aufgestaut.

Die Gutachter hatten im September an vier Stellen Gras- sowie an anderen Orten Bodenproben genommen : vor und nach dem Aufstauen der Ems. Das vorläufige Ergebnis: Nach der Überflutung war das Deichvorland jeweils stärker mit Dioxin belastet. Weitere Untersuchungen sollen folgen. Unklar bleibt, woher die Schadstoffe stammen.

Das Bekanntwerden der Ergebnisse hat bereits zu ersten Reaktionen geführt. Nach Angaben des umweltpolitischen Sprechers der niedersächsischen Grünen, Christian Meyer, liegen die Schlüsse aus dem Bericht auf der Hand: Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Schadstoffbelastung am Ufer und dem Aufstauen der Ems. Meyer forderte gestern „flächendeckende Untersuchungen" während des nächsten Staus.
Und: Alle Ergebnisse dürften nicht unter dem Deckel gehalten werden.

Intern seien die Resultate der ersten Untersuchungen seit Monaten bekannt, so Meyer,: und warf der Landesregierung „bewusste
Vertuschung" vor. 2008 habe es eine „klare Ansage" des Umweltministeriums gegeben: „Die Dioxinbelastung liege nicht am
Fluss", habe es geheißen. " 


_________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

  

 

powered by Beepworld