Ab dem kommenden Herbst werden im Steenfelder Hammrich im Rahmen einer Kompensationsmaßnahme mehrere Hundert Bäume gefällt. Durch das Abholzen erhofft sich die Gemeinde Westoverledingen eine Vergrößerung des Lebensraumes für Brut- und Wiesenvögel.

Die Begründung durch die Abholzmaßnahmen werden Wiesenvogellebensräume aufgewertet und sogar verbessert, trifft im genannten Bereich Steenfelder / Ihrhover Hammrich nicht zu. Die Avifauna hat z.Zt. Schwierigkeiten zu überleben.

Die Gehölzentfernungsmaßnahmen sind für die Uferschnepfe,… kein Vorteil, bedeuten aber, dass der zweite wertvolle Lebensraum, nämlich für die stark gefährdeten Fledermäuse auch noch verschwindet.

Durch Gehölzentfernungen von 1820 m soll ein Aufwertungspotential für die Avifauna in der Größenordnung von 31,06 ha geschaffen werden. Aber auch dieser Lebensraum wird zurzeit durch die Aufspülungsmaßnahmen massiv bedroht. Wie durch unsere Kartierungen deutlich wird, befinden sich gerade in den Spülbereichen die stark bedrohten Arten wie Uferschnepfe, Rotschenkel, Kiebitz, Austernfischer, Schnatterente,… Vor allem die Leitart Uferschnepfe kam im gesamten Hammrich 1987 noch mit 120 Paaren vor. Ab 2000 brütete sie nur noch ausschließlich im Mitling-Marker Hammrich. 2004 mit 15 Paaren, 2012 mit 11 Paaren, 2013 mit 6 und 2014 mit 3 Paaren. 2015 haben wir kein Brutpaar mehr gefunden. Alle Brutpaare befanden sich fast ausschließlich im Bereich der jetzigen Spülflächen. Die Kartierungsergebnisse wurden dem Landkreis Leer zugeschickt und liegen dort vor.

Aufgrund unserer Kartierungsergebnisse verschwindet durch die Aufspülungsmaßnahmen der Wiesenvogellebensraum großflächig. Nach der Maßnahme siedeln sich erfahrungsgemäß keine Uferschnepfen, keine Brachvögel,… wieder an. Der Grund liegt wahrscheinlich darin, dass das Gebiet zu trocken geworden ist,  der Boden zu hart und deshalb  nicht mehr stocherfähig ist.

Info, Karl-Heinz Augustin, Fledermaus AG

 

 

 

 

Masterplan für die Ems 2050“:
Bis dahin wird keiner der Akteure mehr im Geschäft sein! Alle
bisherigen Versuche, die Ems zu sanieren, sind zudem gescheitert, mit
den identischen Akteuren, die nun eine neue "Absichtserklärung" folgen
lassen. Wenn die Meyer Werft mit ihren Kreuzfahrtschiffen nach
Finnland gehen sollte und ihre flachen Flusskreuzfahrtschiffe in
Papenburg baute (die jetzt überwiegend am seeschifftiefen Wasser in
Rostock gebaut werden), wäre das der Beginn einer Lösung für die Ems,
ganz ohne "Masterplan"! M.K.
Wir schließen uns der Meinung von Manfred Knake an. Die Polderspeicherbecken sind nichts anderes als riesige natürlich angelegte Schlickspeicherbecken, in denen sich der Schlick sammeln soll, laut Gutachten der Umweltverbände. Als erste Maßnahme soll ein einziges "Probespeicherbecken" angelegt werden, welches wahrscheinlich nach einem Jahr mit Schlick zugespült ist...... Die Messwerte dieses Beckens sollen zeigen, ob sich dieser Aufwand lohnt. Weitere Maßnahmen > wie Schlickbremsen im Sperrwerk sind noch nicht ausgereift,wo bleibt der Schlick vor dem Sperrwerk?? Und außerdem wird laufend weitergebaggert und durch das Aufwirbeln der Sedimente  neuer Schlick produziert. Im grossen ganzen wieder nur eine Symptombehandlung!!
Mit Maulsperre für die Verbände ! De Dyklopers

 

 

 

 

 

 

 

 

25. Januar 2014

hsz Stapelmoor/Vellage.

Wie der Ferstenborgumer Kolk kommt auch der Erlensee in Stapelmoor wegen des hohen ökologischen Wertes und damit verbundener Auflagen nicht als Deponie für Ems-Schlick in Frage. »Das hat wenig Aussicht auf Erfolg«, sagte Landkreis-Sprecherin Maike Duis nach Rücksprache mit dem Naturschutzamt. Neben verschiedenen Vogelarten und Teichmuscheln führt vor allem die Grüne Mosaik-Jungfer zu dieser Feststellung.

Dabei handelt es sich um eine Großlibellenart, die vom Aussterben bedroht ist und daher in der ersten Kategorie der Roten Liste geführt wird. Nicht nur die Mosaik-Jungfer auch die von den Dyklopers durch eigene Tauchgänge entdeckte Armleuchteralge steht auf der "Roten Liste" !Eine Umweltverträglichkeitsprüfung bestätigte, dass die Einzigartigkeit des Ökosystems , welches sich über Jahrezehnte am Erlensee und am Ferstenborgumer Kolk entwickelt hat, schützenswert ist und nicht zu ersetzen ist!!

 

 Foto Szyska (Rheiderlandzeitung)

Hintergrund ist die Tatsache, dass das Wasser- und Schifffahrtsamt händeringend nach Ablagerungsmöglichkeiten

für den anfallenden Emsschlick sucht. Verantwortlich für die exzessive Ausbaggerung

in der Ems sind die Luxusliner der Meyer-Werft > nur eine ausreichende Wassertiefe gewährleistet eine Emspassage.

Der Ferstenborgumer Kolk sollte mit Schlick aufgefüllt werden, die Stadt Weener (Eigentümerin des Kolks) hoffte damit Geld in ihrer maroden Kasse zu spülen.

Nach einer UVP stellt sich nun heraus das die Ausgleichsmaßnahmen, die die Stadt Weener leisten müsste zu aufwändig sind,

daher wird von einer Schlickeinspülung abgesehen. Die Informationspolitik des Landkreises Leer

und der Stadt Weener gestaltete sich , gegenüber Anfragen der Dyklopers  , als sehr abweisend und schwerfällig.  

 

 

 Karikatur zum Thema: von Heidi Probst-Schuijlenburg und Ruurd Schuijlenburg:

Anfang Oktober betauchte eine Gruppe des Umweltschutzvereins „de Dyklopers e. V.“ den Erlensee in Stapelmoor, um festzustellen, ob es sich dabei um ein schützenswertes Areal handelt

Den Tauchern bot sich während ihres einstündigen Tauchganges ein unerwartet artenreiches Unterwasserbiotop, dessen Pflanzenvielfalt für Baggerseen dieser Art in Norddeutschland außergewöhnlich ist. Sogar die auf der "Roten Liste" der besonders schützenswerten Pflanzen stehende Armleuchteralge ist in diesem See zu finden, sowie Muscheln verschiedener Generationen! Vermutlich ist dieses Reservoir durch seine autarke Lage und den bis hierhin noch niedrigen Nährstoffeintrag in solch einer guten Verfassung. Und deshalb besonders schützenswert!! 

 Durch eine Einspülung des Emsschlicks wird dieser Lebensraum für die dort beheimatete Fauna und Flora auf Jahre zerstört werden.

 

 Erholungssuchende Zaungäste und Angler, die die Aktion mit Interesse verfolgten, machten in Gesprächen deutlich, dass Sie gegen einen solch verheerenden Eingriff sind.

08.09.2011

Die Perle des Rheiderlandes, der Erlensee im Stapelmoorer Hammrich, soll mit Emsschlick aufgefüllt werden!?
 Nicht nur der Erlensee sondern auch der Ferstenborgumer Kolk ist von den Einspülungsmaßnahmen betroffen. Zudem gibt es bereits für den Erlensee einen Pachtvertrag zwischen der Firma Bunte und der Deichacht. Die Firma Bunte möchte in den Erlensee (mit zur Zeit einer Wassertiefe von bis zu 17m) Aufspülungen vornehmen. Angestrebt ist eine Einspülung auf eine mittlere Wassertiefe von 4m. Während die Stadt Weener Eigentümerin des Ferstenborgumer Kolkes ist und dort eine Einspülung mit Emsschlick vorgenommen werden soll!
Hintergrund ist die Tatsache, dass das Wasser- und Schifffahrtsamt händeringend nach Ablagerungsmöglichkeiten für den anfallenden Emsschlick sucht. Verantwortlich für die exzessive Ausbaggerung in der Ems sind die Luxusliner der Meyer-Werft > nur eine ausreichende Wassertiefe gewährleistet eine Emspassage.
Traurig, dass die Öffentlichkeit über einen derartigen Eingriff nicht informiert oder beteiligt wird. Gerade die Stadt Weener, die sich stolz “staatlich anerkannter Erholungsort“ und “die grüne Stadt im Rheiderland“ nennt, sollte sich bewusst machen, welche Auswirkungen die Einspülungen haben können: Z.B. Versalzung der Gewässer durch Emsschlick, oder eventuelle Gifte, wie Dioxin, könnten die über Jahre gewachsenen Biotope unwiederbringlich zerstören! Ganz zu schweigen von den Spülrohren, die dann das Landschaftsbild des Hammrichs prägen werden. 
  

 Westoverledingen - Westoverledingens Bürgermeister möchte neue Wege gehen. Er schlägt vor, dass Maßnahmen zum Ausgleich von Natur und Umwelt finanziell abgegolten werden können statt, wie bisher, durch andere Flächen.

Hintergrund ist, dass die Gemeinde Westoverledingen erneut Felder ausweisen will, damit unter Federführung des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Emden dort Schlick aus der Ems aufgespült werden kann. Diesmal in Steenfelde. Um allein für dieses Projekt den Ausgleich für Natur und Umwelt leisten zu können, müssen rund 250 Hektar angekauft und unterhalten werden. Jetzt hat Bürgermeister Eberhard Lüpkes vorgeschlagen, den Eingriff in die Natur statt mit Flächen, mit Geld auszugleichen.

Die gesetzliche Grundlage fehlt

Weil es in Westoverledingen nicht so viele frei verfügbare Kompensationsflächen gibt, schlägt Lüpkes vor, das Geld für ihren Ankauf stattdessen in eine Umweltstiftung fließen zu lassen. Damit könnten etwa neue Kompensationsflächen aufgekauft werden, Renaturierungsmaßnahmen oder energetische Sanierungen an gemeindeeigenen Gebäuden vorgenommen werden. Dann müssten die Westoverledinger nicht nur den Eingriff in die Natur wie bei den Schlickflächen hinnehmen, sie würden auch von dem Ausgleich profitieren.
Dass das bisher nicht immer so war, lässt sich am derzeitigen Schlickprojekt erkennen: Weil im Ihrhover/Großwolder Hammrich insgesamt rund 530 Hektar Flächen mit Emsschlick überspült werden, muss das Wasser- und Schifffahrtsamt Emden für insgesamt 286 Hektar Ausgleichsflächen sorgen. Bisher wurden aber nur rund 60 Hektar in Absprache mit der Stadt Leer in Bingum-Coldam renaturiert. Um diesem "Flächentourismus" vorzubeugen, fasst Lüpkes die Idee, eine Stiftung zu gründen, ins Auge. Auf keinen Fall solle der Gemeindehaushalt mit dem Geld saniert werden, betont er.
Allerdings hat die Sache einen Haken: Ihr fehlt die gesetzliche Grundlage. Im Baugesetzbuch ist nur von "Ersatzmaßnahmen", aber nicht von "Ersatzzahlungen" die Rede. Lüpkes verweist dazu auf die Gemeinde Saterland, die Ähnliches in Absprache mit dem Landkreis Cloppenburg vorhabe, um dort einen Windpark auszugleichen. Auch dort wolle man die Stiftungsidee aufnehmen, ebenso in Garrel und Bösel. OZ -Leserkommentare:  http://www.oz-online.de/?id=542&did=39638#kommentarformular

 

dpa/lni vom 15. Oktober 2010
Umwelt/Schifffahrt/

Schlick-Experte bekommt Preis von Ems-Schützern 

 Leer (dpa/lni) - Deutsche und niederländische Naturschützer haben
 erstmals gemeinsam den Preis «Ems-Award» für den Schutz der Ems
 verliehen. Er wurde am Freitag in Leer an den Emder Unternehmer
 Norbert Greiser verliehen, der ein Verfahren zur Aufbereitung von
 Schlick entwickelt hat. Es soll verhindern, dass Gebiete zum
 Aufspülen von Schlick an Land gebaut werden müssen und hohe
 Baggerkosten an der Ems anfallen. «Damit lassen sich jährliche
 Kosten in zweistelliger Millionenhöhe einsparen», sagte Hajo
 Rutenberg von der Bürgerinitiative «Rettet die Ems» bei der
 Preisvergabe in Leer.

 Der Preis richtet sich seit 2009 an Organisationen oder Unternehmen,
 die positive Signale für den Schutz des Ems-Dollart-Ästuars setzen.
 Er wird vergeben von der Bürgerinitiative «Rettet die Ems» und der
 niederländischen Waddenvereniging». Bei dem von Greiser entwickelten
 Verfahren wird Schlick vom Grund des Emder Hafens durch Umrühren
 verflüssigt. Schiffe könnten ohne Probleme durch den bis zu zwei
 Metern dicke Flüssigschlick fahren, sagte Greiser. Die Methode werde
 seit Jahren erfolgreich in Emden angewandt und in anderen Ländern
 geprüft. Das Verfahren könne in Häfen, aber auch in Flüssen zum
 Einsatz kommen.

 Andere Naturschützer bezweifeln dies jedoch. Der WWF befürchtet
 Schäden am Flussbett durch die Schlickverflüssigung. Nach
 Einschätzung des regionalen Wattenrates könnte der Anteile von
 Schwebstoffen im Wasser bei starker Strömung deutlich ansteigen und
 dadurch Organismen am Flussboden schädigen. Darüber fehle bisher ein
 Nachweis.

Wir schließen uns der Meinung vomn "Wattenrat" an: 
Das Problem bei der Schlickkonditionierung ist das instabile Verhalten des durchmischten
Baggergutes. Man spricht in Fachkreisen vom sogenannten „Ketchup-
Effekt“. Trifft auf die konditionierte Schlickmasse ein Wasserstrom,
gerät die Masse in Bewegung und verteilt sich. Schlamm lagert sich in
strömungsberuhigten Zonen, Hafeneinschnitten, Schleusenkammern und
dergleichen ab und führt zu neuen Problemen. Hier wird an Symptomen
herumgedoktert, nicht aber die Ursache für die ständigen Baggerungen
beseitigt. Die trübe Brühe war gut zu beobachten bei Tests im Emder
Hafen, dokumentiert vom Wattenrat. Man sollte Preise für praktikable,
erprobte Verfahren verleihen, aber nicht für ein "Idee"! Das
ausgerechnet Umweltgruppen als PR-Steigbügelhalter fungieren, ist
ebenfalls fragwürdig.   



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Gelesen im:

Hamburger Abendblatt, online ,  6. Oktober 2009, 06:00 Uhr
Baggerschlick ins Vogelschutzgebiet?



Leer. In einem Vogelschutzgebiet im Nationalpark Wattenmeer soll
Baggerschlick aus der Ems abgelagert werden. Über das Vorhaben im
südöstlichen Dollart berichtete gestern die Zeitschrift "Waterkant"
des gleichnamigen Fördervereins. Dem Bericht zufolge plant die
Rheiderländer Deichacht mit Genehmigung von Umweltminister
Hans-Heinrich Sander (FDP) ein Pilotprojekt, bei dem Baggergut aus der
ständig neu veschlickenden Ems nicht mehr aufwendig vor Borkum
verklappt, sondern per Pipeline vor der Dollartküste aufgespült werden
soll. Das Deponiegebiet liegt in der sensibelsten Schutzzone des
gerade von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärten Nationalparks
Wattenmeer.

 

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